Der Bevollmächtigte des Vorstandes des Arcandor-Konzerns hat das ursprünglich geplante Vorhaben, eine Eigenverwaltung unter seiner Regie durchzuführen, aufgegeben. Offenbar unterstützt der Großaktionär Sal. Oppenheim das Vorhaben, Arcandor im Wege der Insolvenz in Eigenverwaltung (im Insolvenzplanverfahren) zu sanieren nicht (mehr).
Für die Sanierung ist Arcandor auf frisches Geld angewiesen, das sich Piepenburg von der Privatbank Sal. Oppenheim erhofft hatte. „Die Unterstützung des Großaktionärs der Arcandor AG Sal. Oppenheim gibt es heute positiv nicht. Deshalb hat die Eigenverwaltung keine Grundlage“, erklärte jetzt Piepenburg. Eine umständliche Formulierung dafür, dass offenbar Sal. Oppenheim nicht bereit ist, noch Geld in Arcandor zu versenken hinein zu schießen. Ein Zeichen hierfür war bereits im Juni sichtbar, als die Bank sich von der unmittelbaren Beteiligung (3,7 %) getrennt hatte und weiterhin intern überlegt wird, was mit der rund 25%- Beteiligung über eine Industrieholding von Sal. Oppenheim geschehen soll.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Görg äußerte sich: „Wir erhalten uns sämtliche Optionen, die Firmen der Arcandor-Gruppe zu sanieren – auch die Möglichkeit von Insolvenzplanverfahren werden wir im Auge behalten.“ Auch hier keine klaren Worte: Es fehlt schlicht an dem, was am dringendsten benötigt wird, nämlich Frischgeld. Der Rückzug von Sal. Oppenheim und Piepenburg wird auch nicht das Vertrauen eines potentiellen externen Investors erhöhen.
Zwischenfazit: es sieht nach Zerschlagung aus, bei der die Filetstücke der Karstadt-Filialen – etwa von Metro – übernommen werden.
