Insolvenz „anmelden“…

Insolvenz anmelden Insolvenzantrag hamburgIn vielen Fällen, in denen ich als Insolvenzanwalt aufgesucht werde, möchten die Betroffenen Verschuldeten oder Geschäftsführer einer überschuldeten/zahlungsunfähigen GmbH die „Insolvenz anmelden“ und hierbei Unterstützung: Bei der Einleitung des Insolvenzverfahrens und zur Begleitung in der laufenden Insolvenz.

Insolvenz anmelden oder vermeiden (Gläubigervergleich)

Oft fällt mir auf, dass sich die Betreffenden bisher wenig Gedanken gemacht haben, was ein Insolvenzverfahren genau bedeutet, was man beachten muss und was das für die Gläubiger bedeutet. Oder andersherum gefragt: gibt es noch andere Wege, die Insolvenz zu vermeiden – ein außergerichtliches Verfahren zur Einigung mit den Gläubigern, also eine Schuldenbereinigung?

Vorprüfung: der richtige Weg = Schuldenbereinigungs-Plan oder Insolvenz

Hier kommt es auf die Vorgeschichte, die Schuldensituation, den aktuellen Status und das sich hieraus ergebende Insolvenz-Szenario an. Nach meiner Beobachtung in der Praxis kommt bei den allermeisten Privatinsolvenzverfahren kaum etwas für die Gläubiger heraus – die sog. Insolvenzquote beträgt statistisch bei Privatinsolvenzen/Verbraucherinsolvenzen 0-5%. Auch bei GmbH-Insolvenzverfahren ist die Quote sehr geringfügig – meistens unter 10%, oft wird das Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet oder bleibt – nach der Entnahme der Vergütung des Insolvenzverwalters – nichts für die Insolvenzgläubiger übrig. Diese haben ihre Forderung längst abgeschrieben, melden sie zur Insolvenztabelle an und erhalten nach mehreren Jahren die Nachricht, dass keine oder nur eine geringe „Ausschüttung“ erfolgt.

Da ich als Insolvenzanwalt auch mit Insolvenzverwaltung zu tun habe und Gläubiger vertrete kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass alle Beteiligten mit einem Vergleichsverfahren (außergerichtliche Schuldenbereinigung) in der Regel besser bedient sind und man die hohen Kosten eines Insolvenzverwalters spart.

„Richtig“ Insolvenz beantragen

Es bleiben jedoch die Fälle, bei denen schnell klar wird, dass das Insolvenzverfahren doch der richtige/beste Weg ist. Es ist dennoch ratsam, in einer Vorprüfung nach anderen Lösungswegen zu schauen und ob ein vorheriger außergerichtliche Einigungsversuch nicht sogar gesetzlich vorgeschrieben ist; dies ist der Fall für sog. „VerbraucherInsolvenzverfahren“.

Fallbeispiel: In einem aktuellen Fall wusste eine Mandantin nicht, dass bei laufendem Geschäftsbetrieb (hier war es eine Freiberuflerin), ein sog. vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wird, der sämtliche Forderungen einzieht: damit sind alle Einnahmen weg und die Kunden fallen „aus allen Wolken“. Lösung: sie hat die Selbständigkeit ausgesetzt und hat für den Übergang eine AngestelltenTätigkeit angenommen.

Die richtige „Anmeldung“ der Insolvenz fängt damit an, dass die richtigen Formulare verwendet und keine Fehler gemacht werden bei den Angaben, denn diese können sich später rächen: Spätestens wenn die Entscheidung über die Restschuldbefreiung ansteht, wird geprüft, ob die sog. Obliegenheiten erfüllt worden sind.

Leider sind die meisten Schuldnerberatungsstellen überlastet/überfordert – ich höre von Betroffenen, die mich als anwaltlichen Schuldnerberater/Insolvenzanwalt wählen, immer wieder, dass es sehr hohe Wartezeiten gibt oder man sich nicht gut beraten fühlt.

Die Insolvenzgerichte stellen nach wie vor meist nur Vordrucke auf Papier zur Verfügung – zur Erleichterung folgt hier ein am PC ausfüllbares PDF:

Diese Formular können für Regel-Insolvenzverfahren – also für Unternehmen und ehemalige Unternehmer mit über 20 Gläubigern – benutzt werden (bitte im Einzelfall für die richtige Verfahrensart beraten lassen – nehmen Sie gerne mit meinem Büro Kontakt auf).

Für Verbraucher-Insolvenzen finden Sie hier weitere Informationen und ein Formular.

Ich rate allen Betroffenen dazu, sich im ersten Schritt ausführlich zu informieren – wie an dieser Stelle über INSOLVENZ-NEWS – und dann sich individuell beraten zu lassen.

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8 Kommentare zu “Insolvenz „anmelden“…

  1. says:

    Ich begleite als Insolvenzanwalt auch für Insolvenzanträge bei Verbraucherinsolvenzen und Privatinsolvenzen (zB Selbständige) und rate auch in diesen Fällen, sich zumindest vorher beraten zu lassen, damit keine Fehler passieren, die sich hinterher bei der Entscheidung über die Restschuldbefreiung rächen können.

    In vielen Fällen kann wie beschrieben auch ein Schuldenbereinigungsplan/Gläubigervergleich der bessere Weg sein mit dem Vorteil der Insolvenzvermeidung.

  2. Wilhelm
    says:

    Insolvenzantrag Hamburg: können sie mir helfen,ich muß auch Insolvenzantrag stellen, es ist glaube ich Privatinsolvenz-machen sie das auch?

  3. says:

    Ich berate und begleite auch GmbHs in das Insolvenzverfahren und halte es für sehr wichtig, gut vorbereitet zu sein über die weiteren Schritte und was Unternehmer/Geschäftsführer und in vielen Fällen auch Gesellschafter einer GmbH in Insolvenz erwartet.
    In vielen Fällen halte ich es für wichtig, einen Eindruck von dem Unternehmen zu bekommen – ich biete daher auch Außentermin im norddeutschen Raum, je nach Terminlage auch deutschlandweit an.
    Stimmen Sie am besten telefonisch oder per eMail (bzw. Kontaktformular) über meine Kanzlei einen Termin ab.

  4. Jule C.
    says:

    GmbH-Insolvenz anmelden

    Ich muß mit meiner Gmbh wohl in Insolvenz und möchte bei den nächsten Schritten nichts falsch machen! Ich will mich auch gleich wegen Insolvenzverschleppung beraten.
    Beraten Sie auch Gmbhs so wie sie schreiben und kommen sie auch ins Unternehmen (nahe Hamburg) damit sie mich beraten können bevor ein INsolvenzverwalter kommt?

  5. says:

    Die Frage und Klärung einer Insolvenzantrags-Pflicht/Insolvenzverschleppung für den Geschäftsführer persönlich ist ein ganz zentraler, wichtiger Punkt. In 80% aller GmbH-Insolvenzen wird die Geschäftsführerhaftung später relevant und bedeutet neben den Bürgschaften als Gesellschafter einer GmbH eine Klärung ganz persönlicher Belange. Nach meiner Erfahrung aus der Insolvenz- und Beratungspraxis sollten die Unternehmer vorbereitet sein.
    Es kann dann auch gleich geklärt werden, ob ein Vergleich mit den Gläubigern möglich ist.
    Bitte mailen Sie mir oder rufen unter meiner Büronummer an, um einen Beratungstermin abzustimmen.

  6. Frank
    says:

    Für meine GmbH (in Hamburg) muß ich wahrscheinlich Insolvenz anmelden. Ich möchte als Geschäftsführer nichts falsch machen und nicht haften für Insolvenzverschleppung.hierüber möchte ich zuerst mich informieren um dann die richtige Entscheidung zu treffen.Vielleicht ist es ja auch ein Vergleich mit den Gläubigern.Die Bank meinte schon,sie möchte nicht die Insolvenz.
    Meine Frage: beraten sie auch Geschäftsführer zur Insolvenz einer GMBH also wegen haftung und Verschleppung?

  7. says:

    Danke für Ihre Nachfrage – ich übernehme als Insolvenzanwalt in Hamburg die Anmeldung (also Insolvenz-Antragstellung) für Privatpersonen (also Selbständiger, Einzelunternehmen oder Verbraucherinsolvenz) oder Ihr Unternehmen (z. B. GmbH).

    In allen Fällen begutachte ich, ob ein Vergleichsverfahren für alle Beteiligten nicht der bessere Weg wäre (nach meiner Erfahrung ist das oft der Fall) und ob dies möglich ist.

    Für die Ersteinschätzung und Erarbeitung des Konzepts biete ich als Auftakt ein Erstberatungsgespräch (persönlich oder bundesweit auch telefonisch oder per Skype) an. Telefonisch kann das Erstgespräch binnen einer Woche erfolgen – persönlich je nach Terminlage in einer bis zwei Wochen.

    Mailen Sie mir gerne für eine Terminvereinbarung oder rufen Sie unter der Büronummer an.

  8. Johann W
    says:

    Betr.: Insolvenz in Hamburg anmelden

    Danke für ihre Informationen. Ich muß für mich (Privatinsolvenz/ehemals Selbständiger) Insolvenz in Hamburg anmelden glaube ich. Ich bin überschuldet und die Banken haben die Kredite/Bürgschaften bereits fälliggestellt bzw. gekündigt.
    Mich interessiert eine Vergleichslösung also die Insolvenz zu vermeiden.Sie nennen das Schuldenbereinigungs Plan. Schuldnerberatungs-STellen in Hamburg haben mir gesagt sie können selbständigen oder ehemaligen Selbständigen nicht helfen udn haben Wartezeiten von mindest 1/2 Jahr!
    Machen Sie nur eine erste Beratung oder übernehmen sie den gesamten Ablauf eines Vergleichs Verfahrens oder auch Insolvenzverfahren (Privatinsolvenz)? Wie zeitnah erhalte ich einen Termin bei ihnen?

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